Dienstag, 30. Oktober 2007

Der Öl-Preis hilft der deutschen Wirtschaft

"Der Öl-Preis hilft der deutschen Wirtschaft." Das wollte uns gestern das Nachtjournal von RTL erzählen. Demnach bringt der hohe Öl-Preis von knapp 94$ zu diesem Zeitpunkt den OPEC-Ländern volle Kassen. Diese lieben wiederum das Know-How der deutschen Industrie und geben doppelt so viel Geld für Technik aus deutscher Produktion aus.

Doch ist das wirklich so? Das Geld fließt zurück nach Deutschland, das mag sein. Ist es jedoch nicht eher so: Das Geld fließt von den nun noch reicheren OPEC-Staaten an die deutschen Unternehmen. Soweit so gut. Doch diese vermelden damit entweder immer neue Rekordgewinne, oder leiten das Geld weiter in die armen Entwicklungsländer, wo die Bevölkerung zu Hungerlöhnen die Produktion der Güter übernimmt.

Und wodurch soll jetzt die deutsche Wirtschaft von dem hohen Öl-Preis profitieren? Die profitierenden Unternehmen stellen keine neuen Arbeiter ein und bauen auch keine neuen Fabriken (außer natürlich in Afghanistan, etc.). Also profitiert kein Deutscher in der Produktion von dem einkommenden Geld. Doch zum Glück bleibt ja wenigstens die Forschung in Deutschland. Also sollten zumindest die hochqualifizierten Arbeitskräfte aus Deutschland gesicherte Arbeitsplätze haben. Doch vergessen wir dabei, dass die Großen in Deutschland lieber neue Einrichtungen in z.B. Indien aufbauen, die die Programmierer von morgen ausbilden. Also wird sogar schon das Letzte, was Deutschland zu bieten hatte, ausgelagert.


Und was bleibt nun dem Otto-Normal-Verbraucher in Deutschland? Einen Arbeitsplatz? Eine geförderte Ausbildung? Eine bessere Infrastruktur? Nein, eigentlich bleibt uns nur der traurige Blick auf die Preistafeln der Tankstellen und danach der noch traurigere Blick in den leeren Geldbeutel.

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